In den zurückliegenden siebziger und achtziger Jahren bestand in Deutschland eine im internationalen Vergleich relativ hohe Säuglingssterblichkeit. In wissenschaftlichen Studien konnte damals gezeigt werden, dass dies vorwiegend auf Geburtseinrichtungen mit geringen Geburtenzahlen und unzureichender Betreuung der Neugeborenen zurückzuführen war. Um diesen inakzeptablen Zustand zu verbessern, wurde in Nordrhein Westfalen vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales die Bildung sog. Perinatalzentren angeregt, in denen Geburten und die spezialisierte Betreuung der Neugeborenen (sog. Neonatologie) konzentriert werden sollten. In Duisburg erwies sich die Schaffung eines solchen Perinatalzentrums als besonders schwierig, da die Krankenhäuser mit eigenständigen Kinderkliniken nur über unzureichende Geburtenzahlen verfügten. Das eigentliche Zentrum für Entbindungen war die Frauenklinik des BETHESDA Krankenhauses mit jährlich 1800 bis 2000 Geburten.
Unter Federführung des BETHESDA Krankenhauses wurde daher für Duisburg ein Perinatalzentrum kreiert, das das BETHESDA Krankenhaus, die Wedau Kliniken und das St. Johannes Hospital Hamborn umfasst. Es handelte sich dabei um das einzige Perinatalzentrum in Nordrhein Westfalen mit drei Standorten, in dem eine umfassende und qualifizierte Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen gewährleistet wird. Eine Steigerung der neonatologischen Versorgung nach den Vorgaben eines Perinatalzentrums Level II ist beantragt. Schon jetzt stehen Kinderärzte bei Risikogeburten (z. B. Zwillinge, Beckenendlage, Frühgeburt etc. ) prophylaktisch sowie bei Notfällen jederzeit zur Verfügung.