Lungenszintigraphie

Dauer: 2 Stunden

  •  Ventilation
  • Perfusion

Vorbereitung: keine Vorbereitung notwendig, kurzfristige Durchführung der Untersuchung

Die regionalen Belüftungsverhältnisse der Lunge lassen sich mit einer Lungenventilationsszintigraphie oder einer Lungeninhalationsszintigrafie bildlich darstellen und auch quantifizieren. Für die Ventilationsszintigraphie atmet der Patient ein Gasgemisch ein, das eine radioaktive Komponente enthält. Dabei wird üblicherweise ein Aerosol mit 99m Technetium markierten Partikeln verwendet, das zwar nicht so tief in das Bronchialsystem eindringen kann wie ein Gas, bei erheblich niedrigerem technischen Aufwand aber vergleichbare Untersuchungsergebnisse zeigt. Mit einer Gammakamera werden dann dreidimensionale Bilder in SPECT-Technik angefertigt.

In der Lungenperfusionsszintigraphie werden die Durchblutungsverhältnisse der Lunge bildlich dargestellt. Sie lassen sich ebenfalls regional quantifizieren. Hierbei werden mit 99mTechnetium markierte partikel intravenös injiziert. Diese Partikel führen zu multiplen Mikroembolien in den durchbluteten Lungenabschnitten, welche aber aufgrund der geringen Stoffmenge hämodynamisch nicht wirksam sind. Die Aufnahmen erfolgen wiederum in SPECT-Technik.
Wann wird die Untersuchung veranlasst?

Die häufigste Indikation zur Lungenszintigrafie ist der Verdacht einer Lungenembolie. Hierbei wird üblicherweise mit geringer Radioaktivität eine Untersuchung der Belüftung durchgeführt, anschließend mit etwas höherer Aktivität die Lungenperfusions-Szintigraphie. Beide Aufnahmen werden miteinander verglichen. Finden sich Areale, die zwar gut belüftet, aber schlecht durchblutet sind, so muss der Befund als Lungenembolie interpretiert werden. Finden sich Lungenabschnitte, die sowohl schlecht belüftet, als auch schlecht durchblutet sind, so können zum Beispiel Atelektasen oder Infiltrate durch eine Lungenentzündung vorliegen. Areale mit schlechter Belüftung, aber guter Durchblutung finden sich zum Beispiel bei einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Im günstigsten Fall liegt bei der Befundung der Lungenszintigraphie ein Röntgenbild der Lunge vor.

Die Lungenperfusions-Szintigraphie wird auch häufig zur Abschätzung der postoperativen Lungenfunktion vor einer geplanten Lungen-Teilresektion durchgeführt.

Kontraindikationen:
Eine Schwangerschaft gilt mit wenigen Ausnahmen als absolute Gegenanzeigen für nuklearmedizinische Untersuchungen, Stillzeit als relative Kontraindikation. Nach einer Lungenszintigraphie soll die Stillende für 48 Stunden die Milch abpumpen und verwerfen.

Untersuchungsablauf:
In der Regel wird die kombinierte Untersuchung von Ventilation und Perfusion durchgeführt.

Ventilationsszintigraphie:

  • Inhalation des Aerosol über eine Dauer von 10 Minuten in aufrechter Position über ein Mundstück bei verschlossener Nase
  • Aufnahmen in 6 Richtungen
  • Perfusionsszintigraphie:
    • Injektion eines schwach Radioaktiven Stoffes in die Armvene
    • mehrfach tief durchatmen
    • Aufnahmen in 6 Richtungen

Strahlenexposition:
Die Strahlenexposition für den Patienten bei einer Lungenszintigraphie ist relativ gering. Sie liegt mit 1,5 mSv für eine typische Untersuchung mit Lungeninhalations- und Lungen-perfusionsszintigraphie, die jeweils mit 99mTechnetium durchgeführt werden, zwar oberhalb derjenigen für ein Röntgenbild der Lunge in zwei Ebenen, aber deutlich unterhalb derjenigen für eine Computertomographie des Thorax.