Knochenszintigraphie

Dauer: 3 - 6 Stunden
Vorbereitung: keine Vorbereitung notwendig
 
Die Skelettszintigraphie ist ein diagnostisches bildgebendes Verfahren, welches die Verteilung eines Radiopharmazeutikums in planarer und gegebenenfalls auch tomographischer Technik wiedergibt. Bei der Ganzkörperskelettszintigraphie werden Aufnahmen des Achsenskeletts in anteriorer und posteriorer Sicht erstellt.
Die Teilkörperskelettszintigraphie bildet nur Abschnitte des Skeletts ab.

Die Knochen-SPECT erzeugt Schnittbilder einzelner Skelettabschnitte.
Die Mehrphasen-Skelettszintigraphie setzt sich üblicherweise aus Perfusions-, Blutpool- und Spätaufnahmen zusammen. Die Perfusionsuntersuchung stellt anhand einer raschen Folge planarer Szintigramme, die unmittelbar nach Injektion aufgezeichnet werden, den Blutfluss im interessierenden Körperabschnitt dar. Die Blutverteilung dieses Bereichs wird durch ein oder mehrere planare Szintigramme erfasst, die 2-5 Minuten nach Injektion aufgezeichnet werden. Alternativ bzw. ergänzend kann durch einen schnellen Ganzkörper-Scan auch die Verteilung des regionalen Blutvolumens im gesamten Körper erfasst werden.
Die Spätaufnahmen können sich auf interessierende Körperabschnitte oder aber das gesamte Skelett erstrecken. Sie werden 2-8 Stunden nach Injektion aufgezeichnet. Bei Bedarf können zusätzliche Spätaufnahmen bis 24 Stunden nach der Injektion erstellt werden.

Wann wird die Untersuchung veranlasst?
Da metabolische Veränderungen morphologischen Befunden üblicherweise vorausgehen, kann die Skelettszintigraphie pathologische Befunde oft früher entdecken als dies durch andere Untersuchungen (z.B. konventionelle Röntgenaufnahmen) möglich ist. Überdies erlaubt die Ganzkörperskelettszintigraphie eine Beurteilung des gesamten Skeletts.
Im folgenden wird eine unvollständige Liste klinischer Situationen wiedergegeben, in denen eine Skelettszintigraphie indiziert sein kann:

  • Maligne Tumoren und Metastasen
  • Unerkannte Frakturen
  • Osteomyelitis
  • Avaskuläre Nekrosen
  • Arthritiden
  • Algodystrophie (M. Sudeck)
  • Knocheninfarkte
  • Vitalität von Knochentransplantaten
  • Unklare Knochenschmerzen
  • Beurteilung des regionalen Knochenstoffwechsels vor einer Schmerztherapie mit osteotropen Radiopharmaka

Wie können Sie sich auf die Untersuchung vorbereiten?

  • mindestens einen Liter Flüssigkeit zwischen Injektion und Spätaufnahmen zu sich nehmen
  • vor Aufnahmebeginn die Harnblase entleeren
  • nach der Untersuchung noch für mindestens 24 Stunden reichlich trinken

Notwendige Vorabinformation:

  • Fragestellung
  • Anamnese bezüglich Frakturen/Traumata, Osteomyelitis, Arthritis, Weichteilinfekte, Ödeme, maligne Tumoren, metabolische Knochenerkrankungen, Funktionsstörungen von Körperteilen
  • Aktuelle Symptome
  • Kurz zurückliegende nuklearmedizinische Untersuchungen
  • Befunde früherer Skelettszintigraphien
  • Befunde bildgebender Voruntersuchungen (z. B. konventionelles Röntgen, CT
  • Frühere orthopädische oder nicht-orthopädische Operationen
  • Wichtige Laborergebnisse
  • Anatomische oder funktionelle Auffälligkeiten der Nieren

Vorsichtsmaßnahmen/Kontraindikationen:

  • Bei Vorliegen einer Schwangerschaft ist die Skelettszintigraphie nicht grundsätzlich kontraindiziert. Die Indikationsstellung muss jedoch sehr streng erfolgen und auf einer individuellen Abwägung zwischen dem erwarteten Nutzen und dem theoretischen Strahlenrisiko durch die Untersuchung basieren.
  • Bei Frauen in der Stillphase sollte das Stillen für 48 Stunden unterbleiben