DaTSCAN

Dauer: 3 - 6 Stunden

Vorbereitung: Vorgespräch, Liste der einzunehmenden Medikamente mitbringen
 
Beim Morbus Parkinson gehen Nervenzellen (med. Neurone) in der so genannten  Substantia nigra  im  Mittelhirn  zugrunde. Beim Gesunden  senden  diese  Zellen  so  genannte Nervenfasern (med. Axone)  zum  „Streifenkörper“ (med. Corpus  striatum oder kurz Striatum). Dort  übertragen sie ihre Informationen über elektro-chemische Kopplungen von der präsynaptischen Seite über einen mikroskopisch kleinen Spalt (med. Synapse) auf die postsynaptische, die zur nächsten Nervenzelle in den zentralen Hirnstrukture  des Striatum gehört. Eine Vielzahl von Stammganglienerkrankungen zeigen nun ähnliche Symptome wie der Morbus Parkinson, nämlich Rigor, Tremor und Akinesie. Hierunter fallen z. B. Multisystematrophien (MSA), essentieller Tremor  (ET) und andere. Man fasst diese Erkrankungen daher unter dem Begriff der Parkinsonsyndrome zusammen. Andererseits ist bekannt, dass bei den verschiedenen Erkrankungen unterschiedliche Anteile der oben beschriebenen Signalübertragung betroffen sind. Zeigen die verschiedenen Krankheitsbilder, die als Parkinsonsyndrome zusammengefasst werden, ähnliche Symptome, dann ist auch bei sorgfältiger neurologischer Untersuchung eine sichere Differentialdiagnose nicht immer möglich.


Eine sichere Diagnosestellung ist jedoch erforderlich, damit der Neurologe die am besten angepasste Therapie auswählen kann. Gerade an dieser Stelle kann eine Bildgebung mit nuklear-medizinischen Methoden häufig in der Eingrenzung der zugrunde liegenden Erkrankung helfen.

Die Darstellung des präsynaptischen Dopamin-Transporters (DAT) mit einem Dopamin-Transporterliganden (DaTSCANTM) erlaubt, die Dichte der Dopamin-Transporter im präsynaptischen Anteil bildhaft darzustellen und damit zu unterscheiden, ob eine „organische“ Störung oder ein so genannter essentieller Tremor vorliegt. Bei einem normalen Ergebnis kann ein Parkinsonsyndrom mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit von 97% ausgeschlossen und im Umkehrschluss von einem essentiellen Tremor ausgegangen werden.


Was ist der Zweck der Untersuchung?
Bei dieser Hirn-Szintigraphie kann die Funktionsfähigkeit bestimmter Nervenverbindungen (so genannter präsynaptischer Dopamin-Transporter) überprüft werden.

Was ist die Indikation für diese Untersuchung?
Die Untersuchung kann angezeigt sein bei der Abgrenzung von Parkinsonsyndromen (z. B. Morbus Parkinson, MSA, progressive supra-nukleare Blicklähmung PSP) vom essentiellen Tremor. Bei  einem normalen Ergebnis kann ein Parkinsonsyndrom zu 97% ausgeschlossen werden. Bei einem pathologischen Ergebnis kann eine Szintigraphie mit IBZM angeschlossen werden.

Wie ist der Ablauf der Untersuchung?
Ihnen wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz injiziert. Die Substanz reichert sich im Laufe von 3 Stunden in den zentralen Hirngebieten (dem so genannten Striatum) an. Nach etwa 3 Stunden werden Aufnahmen im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einem Gerät, das sich in ca. 45 Minuten langsam um Ihren Kopf dreht. Die Auswertung erfolgt nach Anfertigung aller Aufnahmen. Insgesamt sollten somit 5 Stunden für die Untersuchung eingeplant werden.

Wie wird die Untersuchung vertragen?
Die verwendeten Substanzen werden in der Regel gut vertragen, Nebenwirkungen (z. B. Kopfschmerzen, Schwindel, verstärkter Appetit) und allergische Reaktionen sind sehr selten.

Ist die Untersuchung mit einer Strahlenbelastung verbunden?
Da die Substanz (der Dopamin-Transporterligand) radioaktiv markiert ist, ist die Untersuchung mit einer (sehr kleinen) Strahlenbelastung verbunden. Sie ist etwa so groß wie die anderer radiologischer Untersuchungsverfahren, z. B. einer Computertomographie (3-5mSv).

Muß man für die Untersuchung nüchtern sein?
Sie müssen für die Untersuchung nicht nüchtern sein.

Können Medikamente die Untersuchung beeinträchtigen?
Einige Medikamente beeinflussen den Dopamin-Transporter. Fragen Sie vor der Untersuchung Ihren Neurologen, ob Medikamente eventuell abgesetzt werden müssen. Bringen Sie bitte zu der Untersuchung eine Liste aller Medikamente mit, die Sie einnehmen.

Wann kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden?
Wenn Sie schwanger sind, kann die Untersuchung nicht durchgeführt werden, um die Leibesfrucht nicht zu gefährden. Bei stillenden Müttern kann die Untersuchung grundsätzlich durchgeführt werden. Hier ist jedoch eine Stillpause von mindestens 4 Tagen erforderlich.