Vitamin D

Vitamin D ist ein Hormon, das den Calcium-Haushalt reguliert. Ausreichende Bestrahlung der Haut mit UV-Licht vorausgesetzt, kann der Körper Vitamin D aus Cholesterin hergestellen.

Bei niedrigem Kalziumspiegel im Blut sorgt das Parathormon aus der Nebenschilddrüse für ein Anstieg von Vitamin D. Es bewirkt dann einen Anstieg des Kalziumspiegels im Blut durch vermehrte Kalzium-Aufnahme im Darm und die Kalzium-Freisetzung aus den Knochen.Ein Anstieg von Vitamin D vermindert wiederum die Ausschüttung von Parathormon (negative Rückkoppelung).
Der tägliche Bedarf an Vitamin D beträgt altersabhängig 20 - 40 µg, der mit 10 Minuten Sonnenlicht täglich sichergestellt werden kann. Fisch, Ei, Milch und Butter enthalten Vitamin D. In unseren Breitengraden ist aber eine ausreichende Sonneneinstrahlung insbesondere im Winter nicht gewährleistet. Deswegen lässt sich hier bei vielen Menschen ein Vitamin D-Mangel feststellen.

Vitamin D-Mangel kann zu Knochenerweichung (Osteomalazie, Rachitis), Müdigkeit, Muskelschwäche und erhöhter Infektionsanfälligkeit führen. In letzter Zeit wurde festgestellt, dass auch Erkrankungen des Autoimmunsystems, wie z. B. die Multiple Sklerose, und außerdem manche Krebserkrankungen, etwa der Bauchspeicheldrüse, der Mamma, der Prostata , der Lunge und des Dickdarms, mit einem erniedrigten Vitamin D -Spiegel im Blut einhergehen. Darüberhinaus ist die Sterblichkeit an Herz- und Gefäßerkrankungen erhöht. Es empfiehlt sich deshalb eine regelmäßige Einnahme von Vitamin D, etwa mit 1 Tablette zu 25 µg (= 1000 I.E.) täglich.

Eine (medikamentös bedingte) Vitamin D-Überdosierung kann zu Schwäche, Erbrechen und Durchfall führen sowie Kalkablagerungen in Nieren und Blutgefäßen verursachen. Die Osteoporose ist eine generalisierte Erkrankung des Skelettsystems und eine der häufigsten Erkrankungen des höheren Lebensalters. Sie geht mit einer Abnahme von Knochenmasse, -struktur und -funktion einher. Die Folge ist eine gesteigerte Neigung zu Knochenbrüchen, vor allem der Wirbelsäule. Bei Osteoporose-bedingten Frakturen spricht man von „klinisch manifester Osteoporose“, bei nachgewiesener Abnahme der Knochendichte ohne Frakturen von einer "Osteopenie" (Knochenschwund).

In etwa 95% der Fälle handelt es sich um eine primäre Osteoporose, die ohne organische Ursache auftritt. Die sekundäre Osteoporose ist Folge anderer Erkrankungen bzw. medikamentöser Behandlungen (z. B. Cortison).
Frauen sind deutlich häufiger (80%) von Osteoporose betroffen als Männer. Neben dem Alter spielen auch genetische Faktoren und ein Nikotinabusus eine Rolle.

Eine Osteoporose kann durch Messung des Mineral- bzw. Calciumgehaltes der Knochen (=Knochendichte) mit einer Knochendichtebestimmung und entsprechende Laboruntersuchungen diagnostiziert werden.
Vorbeugende Maßnahmen sind das Vermeiden von Untergewicht (BMI < 18,5), Beendigung des Rauchens, die Aufnahme von bis zu 1500 mg Calcium und 25 µg Vitamin D täglich sowie regelmäßige körperliche Aktivitäten mit Belastung des gesamten Bewegungsapparates (z. B. Gymnastik, Rudern).
Die medikamentöse Therapie besteht in der Gabe von Bisphosphonaten für die Dauer von drei bis fünf Jahren bei Fortsetzung der Calcium- und Vitamin D-Zufuhr.