Autoimmunthyreoiditis

Bei der chronischen Autoimmunthyreoiditis handelt es sich um eine autoimmune Erkrankung der Schilddrüse. Es werden zwei verschiedene Formen beobachtet. Hypertrophe Form (auch Hashimoto-Erkrankung genannt), die mit einer vergrößerten Schilddrüse einhergeht und die atrophe Form, die mit einem Zellzerfall und Schrumpfung der Schilddrüse einhergeht. Dabei kann die Schilddrüsenfunktion eine lange Zeit laborchemisch unauffällig bleiben. Längerfristig jedoch ist in den meisten Fällen eine grenzwertige (latente) oder auch manifeste Schilddrüsenunterfunktion nachweisbar. Gelegentlich, insbesondere in der Zell-Zerfallsphase, kann durch Freisetzung große Mengen Schilddrüsenhormone eine klinisch und/oder laborchemisch passagere Schilddrüsenüberfunktion vorherrschen und eine Schilddrüsenüberfunktuion vortäuschen.
 
Die Ursachen und Auslöser einer Autoimmnthyreoiditis sind bis heute weitgehend unklar. Ein Zusammenhang mit den genetischen Faktoren, Jodexzess, Veränderungen der Sexualhormone während der Schwangerschaft bzw. Menopause, Rauchen und Strahlen wird diskutiert. Erste Hinweise auf das Vorliegen einer Autoimmunthyreoiditis ergeben sich aus der Schilddrüsensonographie und schilddrüsenspezifischen Laborparametern. Insbesondere sind Schilddrüsen-Antikörpern (TPO-AK, Tg-AK) für die Diagnose einer chronischen Autoimmunthyreoiditis spezifisch. Die Beschwerden sind vielfältig und variieren individuell und können im Anfangsstadium der Erkrankung mit weiteren Erkrankungen wie Menopause, KHK, psychosomatischen Erkrankungen verwechselt werden.
 
Müdigkeit, Gewichtszunahme, depressive Zustände, Erschöpfung, Leistungsminderung, Konzentrationsstörung, Kälteempfindlichkeit stehen klinisch in Vordergrund. Auch lokale Beschwerden wie Kloßgefühl, Heiserkeit und Halsschmerzen werden häufig beobachtet. Weitere Beschwerden sind Herzrasen, Trockene Haut, Haarausfall, periphere Ödeme, Nervosität, Panikattacken, Stimmungsschwankungen, Zyklusstörungen, ungewollte Kinderlosigkeit, sexuelle Lustlosigkeit.
 
Die Therapie einer Autoimmunthyreoiditis besteht in einer ausreichenden Substitution mit Schilddrüsenhormonen. Stark jodhaltige Medikamente bzw. Kontrastmittel können die Erkrankung negativ beeinflussen. Eine zusätzliche Gabe von Selen (Na-Selenit) soll den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.
 
Eine bösartige Entwicklung der Schilddrüsenknoten ist bei Patienten mit Autoimmunthyreoiditis häufiger zu beobachten als in der Population ohne Autoimmunthyreoiditis, weshalb verdächtige Knoten (kalte Knoten) abklärungsbedürftig sind.