Wie ein kleines Gelenk im Rücken

Künstliche Bandscheiben können die Beweglichkeit erhalten und die Lebensqualität sichern

Wenn der Schmerz im Rücken unerträglich wird, liegt es häufig an einem Verschleiß der Bandscheibe. Um den leidenden Patienten von seinen Qualen zu befreien, blieb bislang zumeist nur der Weg über eine operative Versteifung, bei dem die angrenzenden Wirbelkörper fest und untrennbar miteinander verbunden werden. Großer Nachteil dieser herkömmlichen Methode ist, dass die Bandscheiben der angrenzenden Wirbel stärker belastet werden und über kurz oder lang ebenfalls verschleißen. Eine titanbeschichtete Hightech-Prothese, die im BETHESDA Krankenhaus zum Einsatz kommt, gibt Hilfesuchenden neue Hoffnung. Sie ersetzt die verschlissene Bandscheibe, nimmt die Schmerzen und kann gleichzeitig die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten.

Die Orthopädische Klinik des BETHESDA Krankenhauses hat sich seit Jahren im Duisburger Raum als Zentrum für den Einsatz künstlicher Gelenke etabliert. Hauptsächlich Knie-, Hüft-, Schulter- und Sprunggelenke werden dabei durch so genannte Endoprothesen ersetzt, mit denen der Patient wieder eine schmerzfreie Beweglichkeit erreicht. Bereits seit dem Jahr 2006 wird – vor allem jüngeren Patienten – zusätzlich ein neues Operationsverfahren angeboten, bei dem künstliche Bandscheibenprothesen eingesetzt werden. Dieser Bandscheibenersatz ist nicht viel größer als eine Zwei-Euro-Münze. Die Titanprothese kann Schmerzen lindern und gleichzeitig die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten.

Mittlerweile liegen auch Langzeitergebnisse für die Zuverlässigkeit dieses Verfahrens der Implantation von künstlichen Bandscheiben zur Behandlung von Lendenwirbelproblemen vor.

Etabliertes Verfahren
Weltweit wird das Implantat mit dem Namen „Prodisc L“, das im BETHESDA verwendet wird, eingesetzt. „Entscheidend für den Behandlungserfolg dieser eleganten Methode“, betont Dr. Dietmar Kumm, „ist eine sorgfältige Indikationsstellung. Der Bandscheibenersatz sollte erst zum Einsatz kommen, wenn in einer so genannten Stufendiagnostik die Hauptursache des Rückenschmerzes identifiziert wurde und konsequente konservative Maßnahmen über einen längeren Zeitraum erfolglos waren.“ Die Betroffenen leiden oftmals an unerträglichen Schmerzen nachts im Liegen oder auch beim langen Sitzen oder Stehen.

Ausgefeilte OP-Technik
Für den Eingriff an der Wirbelsäule kommen aktive Patienten zwischen 30 und 50 Jahren in Frage. Die Altersgrenze liegt bei etwa 60 Jahren, wobei jedoch das biologische Alter den Ausschlag gibt. Das Einsetzen einer künstlichen Bandscheibe dauert in der Regel etwa 90 Minuten. Sie wird über einen kleinen Schnitt von vorne durch den Bauch eingesetzt. Das angegriffene Bandscheibengewebe muss zunächst vollständig entfernt werden, anschließend wird mittels einer ausgefeilten OP-Technik der Bandscheibenersatz zwischen zwei Wirbeln eingefügt, wo die Prothese dann wie ein kleines Kugelgelenk arbeitet und die Wirbelsäule beweglich erhält. Durch das Implantat wird der anatomisch korrekte Abstand zwischen den Wirbelkörpern wieder hergestellt, durch den Höhengewinn kommen beengte Nervenbahnen wieder frei und die Wirbelgelenke gelangen in ihre natürliche Position zurück. Bereits am Tag nach der OP darf der Patient wieder aufstehen, nach ca. einer Woche kehrt er nach Hause zurück.

Je nach beruflicher Belastung kann die Arbeit nach 6 bis 12 Wochen wieder aufgenommen werden. Ziel der Operation, deren Kosten die Krankenkassen voll übernehmen, ist die Herstellung der vollständigen Belastbarkeit. Hobbysportler sollten nach dem Eingriff drei Monate pausieren. Für Profisportler gibt es spezielle Trainingsprogramme. 

Rückenpatienten steht auch unter www.die-kuenstliche-bandscheibe.de eine Informationsplattform zur Verfügung.

Kontakt

Klinik für Orthopädie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

Chefarzt
Dr. med. Dietmar Kumm

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BETHESDA
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