Pskow 1941 – 2011
Von der zerstörten zur sozialen Stadt

Eine Wanderausstellung der "Initiative Pskow" im BETHESDA Krankenhaus

1941 überfiel die deutsche Wehrmacht die Sowjetunion in einem Vernichtungsfeldzug, der weithin verbrannte Erde und verbrannte Menschen hinterließ. 50 Jahre später entstand, als Bitte um Versöhnung, im Auftrag der rheinischen Kirche die "Initiative Pskow". Pskow, zerstörte Stadt im Nordwesten Russlands, erhielt durch die Unterstützung dieser Initiative unter anderem ein Heilpädagogisches Zentrum, Werkstätten für Behinderte und medizinisches Gerät, auch vom Duisburger BETHESDA Krankenhaus.

Auf 21 großen Tafeln gibt die neue Wanderausstellung der "Initiative Pskow" eine kompakte, farbige, lebendige Information über deren Arbeit. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Stadt und der Initiative – 20 Jahre ist es jetzt her, dass die ersten vorsichtigen Kontakte geknüpft wurden – wird anschaulich die Arbeit der Projekte unter dem Dach der Initiative Pskow vorgestellt, durch eindrucksvolle Fotos, kurze erläuternde Texte und die Vorstellung einzelner Menschen in den Projekten.

Dr. Dieter Bach, Geschäftsführer der Initiative


Lebendige Beispiele

So lernt man Grisha kennen, den man als einjähriges Kleinkind unterernährt und völlig apathisch im Pskower Bahnhof fand. Er wurde aufgenommen und nicht nur körperlich aufgepäppelt, sondern vor allem auch psychologisch betreut. Nach zwei Monaten sein erstes Lächeln, erste Schritte seiner emotionalen Entwicklung hin zu einem neugierigen, zutraulichen Kind. Im Alter von drei Jahren wurde Grisha von einem schwedischen Ehepaar adoptiert. Oder da ist Julia aus dem Heilpädagogischen Zentrum, oder Irina aus den Werkstätten…

Die Beschreibungen machen anschaulich, was in Pskow geschieht, und warum diese Arbeit auch heute noch so wichtig ist. Die Ausstellung zeigt den Einsatz auf russischer und deutscher Seite, das Engagement der vielen Einzelspender und Stiftungen, die diese Entwicklung von der zerstörten zur sozialen Stadt möglich gemacht haben und weiterhin ermöglichen. Die Ausstellung lädt dazu ein, sich zu informieren und vielleicht auch selber mitzumachen bei der Initiative Pskow.

Zur Eröffnung am 5. Oktober 2011 im Kirchsaal des BETHESDA Krankenhauses war auch der Sozialminister der Region Pskow, Armen Mnazakanjan, anwesend. Bei freiem Eintritt ist die Ausstellung noch bis zum 14. Oktober zu sehen. Näheres unter Tel. 0203 6008-2004.

Armen Mnazakanjan, Sozialminister der Region Pskow, am 5. Oktober 2011