Duisburg, 26. Januar 2006. Schon zum zweiten Mal haben Schülerinnen und Schüler der Globus-Gesamtschule im Rahmen einer Projektwoche die lungenfachärztlichen Abteilung im BETHESDA Krankenhaus besucht. Thema war das Nikotin: Aufklärung, Risiken und Entwöhnungsmöglichkeiten.
Es ging darum, erklärt Chefarzt Dr. Clemens Maurer, die Jugendlichen durch Aufklärung davon abzuhalten, überhaupt mit dem Rauchen anzufangen. Denn gerade Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren sind für das Zigarettenrauchen sehr anfällig. Und je früher die Kinder beginnen, desto höher sind das Suchtpotential und die Abhängigkeit. „Be smart, don’t start!“ war demnach auch das Motto im Rahmen des Besuchs im BETHESDA.
Nach einem allgemeinen Einführungsvortrag lernten die Jugendlichen Untersuchungsmöglichkeiten in der Lungenheilkunde kennen und, das Wichtigste: Sie hatten die Möglichkeit, mit an Lungenkrebs oder an schwerem Lungenemphysem erkrankten Patienten zu reden. Die Betroffenen standen ihnen schonungslos Rede und Antwort:
Es war ganz still im Raum, als die drei Patienten vor den Schülern der Klasse 6a und 6b saßen. Wie der Lehrer Edgar Wedemeyer, 48 Jahre alt. Mindestens eine Schachtel am Tag habe er geraucht, erzählt er ihnen. Jung und cool sei er gewesen, und nicht zum Arzt gegangen, obwohl er wusste, dass er hätte gehen müssen. Weil diese Erkältung nicht wegging. Den schweigenden Kids berichtet er davon, wie er als Notfall ins Krankenhaus eingeliefert wurde und die Diagnose bekam: ein Schatten auf der Lunge, Lungenkrebs. Nicht mehr arbeiten können, nicht mehr Fußball spielen.
Er erzählt auch, wie cool das Nichtrauchen ist. Wie stark. Und auch viel billiger und überhaupt, alles schmeckt viel besser. Die beiden anderen Patienten, Melitta Hartung und Hans-Dieter Meyer, nicken zustimmend. Ein Schüler fragt Melitta Hartung, ob der Schlauch in der Nase ihr nicht wehtue. Nein, sagt sie, das, was eigentlich wehtue, sei etwas anderes - dass sie nicht mehr rauskommt. Sie hat vom Rauchen ein so genanntes Lungenemphysem, das ihr Lungengewebe zerstört hat. Nur noch 20 Prozent an Funktion sind ihr geblieben und der Sauerstoffschlauch. „Ich wohne hier", sagt sie bitter. Die Schüler schweigen immer noch.
Dann wollen sie wissen, warum denn Ärzte rauchen, obwohl die es doch eigentlich besser wissen müssten. Ein 13-jähriges Mädchen, Michelina, erzählt, dass sie schon seit vier Jahren raucht, täglich eine halbe Schachtel. Aufhören? Sie zuckt mit den Schultern. „Die Kinder, die schon angefangen haben, erreicht man mit solchen Gesprächen wohl nicht mehr", bedauert Dr. Clemens Maurer. Trotzdem gehe es immer wieder darum zu zeigen, dass auch "cool" ist, nicht zu rauchen.
Die Schüler durften auch ihre eigene Lunge prüfen. Chefarzt Dr. Clemens Maurer führte mit ihnen die Lungenfunktionstests durch.