Alles begann mit der Diagnose Krebs...

Ute Glados (li) und Ullrike Dellwig (Mitte) vom Hospiz Bethesda hören gut zu und lassen Roswitha Spielhaupter-Katzy (re) mit ihren Sorgen nicht allein.

Als Roswitha Spielhaupter-Katzy mit der Krankheit ihres Mannes konfrontiert wurde, wusste sie noch nicht, dass die schwersten neun Jahre ihres Lebens auf sie zukamen. Inmitten derer, die ihr in dieser Zeit beistanden, erzählt die Duisburgerin ihre emotionale Geschichte. Die sonst so lebensfrohe, starke und mutige Frau erinnert sich wehmütig an die beschwerlichste Zeit in ihrem Leben. „Er war ein toller Mann, die Liebe meines Lebens“, betont die 58-Jährige. „Doch jetzt muss ich nach vorne schauen. Traurig sein und trauern ist erlaubt, aber mein Leben geht auch weiter.“ Diese Einstellung hatte Roswitha Spielhaupter-Katzy nicht immer in der langen Krankheitsphase ihres Mannes. Oft war die junge Witwe verzweifelt, suchte Hilfe bei Freunden oder ihrer Familie. Doch wirkliche Unterstützung und emotionale Begleitung erfuhr die Duisburgerin dort nicht.  Erst in der Endphase der Krankheit erhielt das Ehepaar Spielhaupter-Katzy die pflegerische und psychosoziale Hilfe, die für das letzte Stück des Weges so bedeutend war. In Kooperation mit MediDoc, einem Duisburger Pflegedienst, begleiteten Ute Glados und Ullrike Dellwig vom Hospiz Bethesda das Ehepaar in dieser Lebenskrise.

„Die Hilfe der beiden Dienste war meine Rettung“, betont Roswitha Spielhaupter-Katzy. „Ich konnte mit niemandem reden, musste die gesamte Last auf meinen Schultern tragen und meinem Mann Kraft schenken. Das kann kein Mensch alleine bewältigen. Doch durch die Unterstützung der Profis konnte ich neuen Mut schöpfen. Medi Doc kümmerte sich um die medizinisch-pflegerische Komponente bei meinem Mann und Frau Dellwig stand mir seelisch und psychisch zur Seite. Sie brachte Ruhe, Normalität und eine emotionale Entschärfung in diese Ausnahmesituation meines Lebens.“  Ullrike Dellwig ist eine von 40 ehrenamtlichen Mitarbeitern im Hospiz Bethesda, die sich  um Sterbende und deren Angehörige kümmern. Die geschulten Mitarbeiter ermöglichen dadurch ein würdevolles Sterben im eigenen zu Hause. „Oft ist es der größte Wunsch von Betroffenen in der eigenen Wohnung oder Haus zu bleiben, um ein Stück Normalität zu bewahren“, sagt Ute Glados Hospizkoordinatorin. „Nur durch ein perfekt aufgebautes Duisburger-Netzwerk von Pflegediensten, Sozialdiensten der Krankenhäuser, Palliativärzten und Hospizdiensten können wir die Versorgung der Erkrankten zu Hause ermöglichen. Unser ambulanter Hospizdienst begleitet die Sterbenden und deren Familien, fangen sie menschlich auf, nehmen ihnen die Angst vor dem Tod, verschweigen viele Thematiken nicht und bieten eine schnelle und zuverlässige Hilfe“, ergänzt Glados. Besonderes Fingerspitzengefühl ist auch bei der Auswahl der richtigen Begleitung gefragt. Die Hospizkoordinatorin spricht zunächst mit den Betroffenen und schaut dann, welcher Ehrenamtler zu den Familien und Erkrankten passt. Bei Roswitha Spielhaupter-Katzy und Ullrike Dellwig passte die Chemie von Anfang an. Auch die Ehrenamtlerin verlor früh ihren Mann und konnte sich somit sehr schnell in die schwierige Situation hineinversetzen und der Betroffenen helfen. Die Hilfe und Unterstützung war sogar so gut in den Augen von Roswitha Spielhaupter-Katzy, dass sie nun auch Menschen in dieser Ausnahmesituation beistehen möchte: „Nach meiner Begleitung habe ich mich dazu entschlossen selber die Ausbildung zum Ehrenamtler im Hospizdienst zu machen. Mit meiner jetzigen Erfahrung ist es mir ein Anliegen Erkrankten und Betroffenen beizustehen, etwas Gutes zu tun und diesen Dienst bekannter zu machen, um schnelle Hilfe zu bieten.“

Für nähere Informationen und Terminvereinbarungen für ein Gespräch steht die Koordinatorin des Hospizdienstes Ute Glados unter Tel. 0203 6008-1820 gerne zur Verfügung.